Hand in Hand durchs Karwendel

Es war 2019 mein 4. Karwendellauf und er hat an seiner Einzigartigkeit an Nichts verloren. Man redet ein ganzes Jahr darüber, bereitet sich vor, trainiert hart und hat nur ein Ziel vor Augen, Pertisau nach 52 km zu erreichen…

Hand in Hand durchs Karwendel

Es war 2019 mein 4. Karwendellauf und er hat an seiner Einzigartigkeit an Nichts verloren. Man redet ein ganzes Jahr darüber, bereitet sich vor, trainiert hart und hat nur ein Ziel vor Augen, Pertisau nach 52 km zu erreichen. Eine einzigartige Kulisse, viel Schweiß und viel Mühe… aber unendlich aufregend und schön. Eigentlich ist es nicht selbstverständlich, dass man so was erleben darf. Ich genieße es einfach total. Dieses Jahr war irgendwie ganz besonders. Mein Mann hatte einen schweren Unfall und brauchte lange, dass er wieder auf die Beine kam. Dass er dieses Jahr mit mir zusammen den Karwendellauf bestreiten konnte, daran glaubten wir lange nicht. Er war aber in besten  medizinischen Händen, wurde topmotiviert und hat selbst dafür gekämpft, wieder gesund zu werden.   Umso mehr macht es uns stolz, dass wir für unser Team Gelenkpunkt, welches massgeblich an seiner Genesung beteiligt war,  starten durften. Schön, dass es solche Menschen gibt. Auch eine gute Gelegenheit, dem ganzen  Team „Danke“ zu sagen. Auf alle Fälle kamen wir gut ins Ziel und hatten eine Menge Spaß dabei . Ich kann nur jedem empfehlen, mit dem Laufen zu beginnen – es hat mich und mein Leben verändert und tut ganz einfach Körper und Seele gut. Wenn man dann noch so ein landschaftlich schönes super organisiertes Event erleben darf, ist die Welt in Ordnung. Danke dem Team vom Karwendelmarsch und hoffentlich bis zum nächsten Jahr, lg Alexandra Eberharter / Bruck am Ziller

Der Nikolaus der den Karwendelmarsch beschert

Am 6. Dezember 2018 wurde ich vom Tag des Nikolauses etwas überrascht und ich musste noch kurzfristig einen kleinen Nikolaus für meine Frau besorgen…

Der Nikolaus der den Karwendelmarsch beschert

Am 6. Dezember 2018 wurde ich vom Tag des Nikolauses etwas überrascht und ich musste noch kurzfristig einen kleinen Nikolaus für meine Frau besorgen. Da ich mich schon seit einigen Jahren mit einer Teilnahme des Karwendelmarsches beschäftigt hatte, kam mir am Frühstückstisch die spontane Idee uns dazu anzumelden. Dann könnte auch ich mir einen kleinen Nikolaus bescheren, so dachte ich mir. :-)

So meldete ich meine Frau und mich spontan beim gemeinsamen Frühstück ohne Vorankündigung an. Als bei meiner Frau dann gleich die Anmeldebestätigung auf Ihrem Handy eintraf, fragt diese etwas verwundert was das sei? Ich antwortete nur, daß ich Ihr einen schönen Nikolaus wünsche und mich auf eine gemeinsame Teilnahme am Karwendelmarsch 2019 mit Ihr und die dazugehörige Vorbereitung sehr freue. Der Gesichtsausdruck meiner Frau war daraufhin nicht wirklich von Freude gezeichnet, aber es wurde von Woche zu Woche besser und mir wurde schön langsam verziehen. Die Trainingsvorbereitungen neben Familie, Beruf und Schule liefen nach Plan. So rückte der Tag X immer näher. Die Nervosität, Anspannung und Vorfreude stieg von Tag zu Tag. Welche Zielzeit, welche Kleidung, wieviel trinken, wie gehen wir`s an, was essen wir davor und während des Rennen, wann laufen, wann gehen und vieles mehr waren die abendlichen Gespräche in den letzten Tagen vor dem Tag 31.08.2019.

Zielzeit 10 Stunden oder doch 12 Stunden, realistisch fragten wir uns? Keine Ahnung lassen wir es auf uns zukommen, war dann unsere gemeinsame Antwort.

So reisten wir am Vortag nach Seefeld an, um dann noch die Startnummern in Scharnitz zu holen. Wir fuhren mit der Bahn wieder retour nach Seefeld um uns noch ein Wienerschnitzel zu gönnen. Anschließend musste auch noch ein Crepes her, sodaß wir mit etwas zu viel im Magen uns auf den Weg ins Hotel machten. Laufen könnten wir heute keinen Meter war unsere Erkenntnis auf dem Weg zum Hotel.

Wir bereiteten im Hotelzimmer schon mal alles soweit vor. Rucksäcke packen, Camelbaks befüllen und einiges mehr Stand noch auf dem Programm. Um 22:15 schon im Bett gemütlich gemacht und kurz vorm einnicken haben wir dann unsere „Rennstrategie“ umgeworfen und von 2 Rucksächen (jeder einen) auf einen Rucksack spontan geändert. So waren wir wieder hellwach und packten nochmal dementsprechend um.

Nach ca. 2 Stunden durchgehenden Schlaf klingelte dann um 4 Uhr der Wecker. Wir fuhren zum Start und fühlten uns beide körperlich sehr gut. Um 6 Uhr fiel dann der lang ersehnte Startschuß. Das Rennen starteten wir moderat und hatten dabei unseren Pulsbereich bis zum Ersten Anstieg auf das Karwendelhaus im Blick.

Von da an gab dann meine Frau den Ton (Tempo) an. Bin ich auch von zuhause schon so gewohnt. ;-)

So meisterten wir einen Auf- und Aufstieg nach dem anderen und an der Grammai angekommen rechnete ich mir das noch benötigte Lauftempo für eine Zielzeit von unter 8 Stunden aus. Da müssten wir in 7:30min/km die letzten Kilometer durchwegs bergab absolvieren. So machten wir uns auf den Weg. Die letzten 10km (mit Beschilderung) waren dann nochmal richtig hart, aber wir konnten die 8 Stunden Marke knacken und waren Megastolz! Vor allem ein großes Chapeau an meine Frau, die erst seit 1,5 Jahre regelmäßig Sport betreibt. Im Ziel erwarteten uns dann unsere treuesten „Fans“, unsere 2 Mädls mit Oma.

Es war wirklich ein einzigartiges Erlebnis und eine tolle Veranstaltung. Wir werden wieder kommen!

Karwendelmarsch- Die Legende lebt oder der Nikolaus der den Karwendelmarsch beschert. ;-)

Gruß und ein großes Lob an das OK Team
Georg und Daniela Stolzlechner

Meine Töchter laufen ich gehe

2017 und 2018 hat meine Tochter Anna und ich am Karwendelmarsch teilgenomen. Am 31. AUGUST 2019 hat auch meine Tochter Isabella zum 1. mal beim Karwendellauf mitgemacht…

Meine Töchter laufen ich gehe

2017 und 2018 hat meine Tochter Anna und ich am Karwendelmarsch teilgenomen. Am 31. AUGUST 2019 hat auch meine Tochter Isabella zum 1. mal beim Karwendellauf mitgemacht. Meine Frau konnte leider wegen ihrer Hüftoperation nicht teilnehmen. HEUER war es noch ein Familientrio 2020 wird es ein Familienquartet sein.

Just married Karwendel

Fast ein Jahr hat die Planung für die Hochzeit passend zum Karwendelmarsch gedauert, aber es hat sich gelohnt…

Just married Karwendel

Fast ein Jahr hat die Planung für die Hochzeit passend zum Karwendelmarsch gedauert, aber es hat sich gelohnt ….. genau kann man das ja erst nächste Woche sagen ….. mit schwitzenden Händen am Rechner für die Onlineanmeldung morgens gesessen und dann !!! „Oh Schreck“ !!! der Anmelde-Server machte schlapp ….. die Dame hatte schon die Startnummer 87, aber bei mir nur noch die „Sanduhr“ …. wird die Aktion schon im Urspung scheitern ??? …. nach 15 Minuten (gefühlt 36 Stunden) ging es weiter und siehe da !!! Startnummer 115 !!! …. Part 1 hatte geklappt …. Part 2 die entsprechende Unterkunft buchen ….. das ging flott, denn es waren im Dezember noch Zimmer frei für den August …. Part 3 der Behördengang, um den  Termin Ende August zu ergattern ….. erwies sich als einfacher als gedacht …. und jetzt zu vielleicht den schwierigsten Part der ganzen Geschichte „Die Dame zu überzeugen “ …. denn die wusste bis Dato noch nichts über Ihr „Glück“ …….. bei einem schönen Berglauf in der Pfalz, wurde Sie auf einer Hütte (nach einem guten Pfälzer Wein) vor vollendete Tatsachen gestellt ….. und „TaTaaaaaaaaaaaa“ die Mühe war nicht unsonst ….. so wird der Karwendelmarsch 2019 für uns zum „Hochzeitslauf“ ….. natürlich konnte man sich nicht direkt vor dem Lauf trauen lassen, aber auf die 2 Tage vorher kommt es jetzt auch nicht drauf an ……. wir freuen uns :-)

Der Karwendelmarsch

Die Legende lebt! Ich habe selbst 6 Mal am Karwendelmarsch teilgenommen. Das war noch in der Zeit, bevor er dann eine Zeit lang nicht mehr veranstaltet wurde. Damals ist eine kleine Geschichte entstanden, die auch noch heute aktuell ist und den Marsch gut beschreibt…

Der Karwendelmarsch

Eigentlich ist er zu lang, um darüber zu schreiben. 52 km und kein bisschen kürzer. Was ihn so lang macht, das sind nicht nur die waagrechten Meter, sondern die 2000 Höhenmeter, die auch noch dazukommen. Aber der Reihe nach:

  • Kaum einer kann die Nacht davor gut schlafen – auch alte Karwendelmarsch-Hasen.  Viele müssen schon um 3:00 Uhr aufstehen, manche noch früher, um zwischen 4:30 und 5:30 Uhr an den Start zu kommen. Am Start ist es noch stockdunkel und kalt.
  • Mit einem Kanonenschuss werden die Läufer gestartet. Wahnsinn PUR in den Augen vieler. Sie legen die Strecke in 4 bis 7 Stunden zurück. Unglaublich!
  • Die Geher machen es gemütlicher, obwohl es darunter auch welche gibt, die glauben, auch möglichst schnell sein zu müssen.
  • Langsam weicht die Finsternis der Dämmerung und die schöne Landschaft des Karwendels wird schemenhaft sichtbar. Mit dem Aufgang der Sonne wird der Reiz der Natur in das warme Licht der ersten Sonnenstrahlen getaucht.
  • Zu diesem Zeitpunkt liegt die 1. Station, die Laliderer Alm bereits dahinter und das Karwendelhaus mit der zweiten Verpflegungsstation taucht auf. Es gibt Kekse, Orangen, Zitronen und Tee.
  • Im kleinen Ahornboden steht ein alter, abgestorbener Ahornbaum. Er zieht die Blicke magisch an und erweckt Verwunderung.
  • Wieder geht es bergauf, hinauf zur Ladisalm und zur Falkenhütte. Die wuchtigen Laliderer Wände lassen die Menschen klein und unbedeutend erscheinen. Das ist jetzt der alpinste Teil der Strecke und man fühlt, dass man inmitten des größten unbewohnten Gebietes von Österreich dahinstolziert.
  • Nach einem kurzen Anstieg geht es hinunter zum großen Ahornboden mit seinen vielen Ahornbäumen. Es ist der größte zusammenhängende Ahornbaumbestand in Österreich.
  • Die Engalm bietet die Möglichkeit auszusteigen. 35 Kilometer sind eigentlich auch schon genug. Im Laufe der Karwendelmarsch-Geschichte ist der Anteil der Weitermarschierer kontinuierlich angestiegen. 1987 waren es bereits 80%. 1969 beim ersten Marsch war es noch umgekehrt. 80% haben in der Engalm Schluss gemacht und nur 20% sind durchmarschiert. Sollten sich die Grenzen des Machbaren aufgrund zunehmender Fitness der Bevölkerung verschoben haben?
  • Spätestens jetzt tauchen die ersten Beschwerden auf. Fußbrennen, Knieschmerzen, der blöde Meniscus wieder, drückender Rucksack etc. Auch die ersten Wadenkrämpfe stellen sich ein. Der Abstieg ist viel unangenehmer als der Aufstieg. Ist auch klar da die dynamischen Spitzenbelastungen für Gelenke und Muskulatur hinunter größer sind als bergauf. Jetzt sind Mineralstoffe gefragt. Erfahrene Karwendelmarsch-Geher haben Salz- oder Mineralstofftabletten mit sich. Sehr schlau!
  • Wer jetzt weitergeht, hat es nicht leicht. Der Anstieg auf die Binsalm und dann weiter auf den Binsalmsattel ist besonders steil und anstrengend. Und die Kräfte? Ja wo sind die? Außerdem heizt die Sonne voll in den Hang hinein. Spätestens hier ist es nicht mehr kalt. Im Schatten von Latschen sitzt einer und flucht im schönsten Bayrisch: „Wenn i den dawisch, der die Scheißberg so steil baut
    hot, dann…!!!“ „Außerdem, wenn i mei Weib dawisch, die gsogt hot, dass es eh nimma weit is, dann darwürg is. Oba deis Luada kraxlt jo wia am Gams umadum!“
  • Endlich oben! Jetzt nur noch hinunter. Pertisau wir kommen!
  • Gramai: Jetzt noch 7 km leichter Marsch – nur mehr leicht abschüssig, teilweise eben. Jetzt in der Nähe des Ziels macht man Bekanntschaften. Nebeneinander marschieren plaudern. Schön. In der Genugtuung des bereits Vollbrachten und in der Euphorie des kurz bevor stehenden Zieleinlaufs beginnen die Gedanken zu fliegen. Irgendwie entsteht ein harmonischer Gleichklang.
  • In Falzthurn gibt es noch Kaffee beim Praxmarer Stand. Ich kann mir nicht erklären, warum gerade jetzt nach 46 km der Körper ein Verlangen verspürt für einen Kaffee. Und das passt einfach.
  • Die letzten Kilometer- Lauscher aufsperren. Im Ziel lärmt die Blasmusik. Wenn man sie hört, dann ist das Ziel jetzt wirklich in greifbarer Nähe. Wer hört sie zuerst? Und da ist sie. Und das Ziel. Wir sind angekommen!

Wie jedes Jahr ist alles gut gegangen. Die Organisation hat wie jedes Jahr hervorragende Arbeit geleistet. Und es war wie jedes Jahr ein beeindruckendes Erlebnis.
Auffällig ist auch, dass die Zahl der Frauen von Jahr zu Jahr zunimmt. Die Emanzipation macht sich auch auf diese Weise bemerkbar. Ist gut so.
Eigentlich sollte man den Karwendelmarsch nicht in einem Tag machen. Zwei oder vielleicht sogar drei Tage wären angemessen. Jeder, der nicht voll fit ist, sollte sich Zeit nehmen. Außerdem bleibt mehr Zeit, um die herrliche Natur zu genießen. Der Karwendelmarsch ist ein einmaliges Erlebnis!
Nun zum Abschluss noch eine Redewendung:
Ein Mann ist erst dann ein Mann, wenn er ein Kind gezeugt, einen Baum gepflanzt, ein Haus gebaut hat. Der Playboy hat ergänzt: Und einen Zwölfzylinder Ferrari gefahren hat. Und ich ergänze: Wer einen Karwendelmarsch gegangen ist!

TEAM #glaubandich

Herausforderungen annehmen, Grenzen überwinden, Berge versetzen und an sich glauben…

TEAM #glaubandich

TEAM #glaubandich – Herausforderungen annehmen, Grenzen überwinden, Berge versetzen und an sich glauben.

Bereits zum 11. Mal glauben die Sparkassen in Tirol als Hauptpartner des Karwendelmarschs an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Glaube versetzt nicht nur bekanntlich Berge, sondern unterstützt auch auf dem Weg durch sie hindurch. In diesem Sinne haben es sich die Sparkassen Tirols zum Ziel gesetzt, das größte Team zusammenzustellen, das jemals am Karwendelmarsch teilgenommen hat.

Fast 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkassen werden die #glaubandich Botschaft ins Karwendelgebirge tragen, stellen sich der Herausforderung und bilden gemeinsam das TEAM #glaubandich.

In Memoriam

Ich werde 2019 beim Karwendelmarsch in Gedenken an einen Mann antreten…

In Memoriam

Ich werde 2019 beim Karwendelmarsch in Gedenken an einen Mann antreten. Er hat, so glaube ich, mehrfach an den UrKarwendel-Märschen teilgenommen und hat mir schon vor Jahren einen Floh ins Ohr gesetzt. Aus diesem Floh wird 2019 Realität. Dieser Mann wird mich von oben aus unterstützen; er ist kurz vor Weihnachten gestorben.

Mein erster Ultra

Mein erster Ultra

Letzten Herbst habe ich spontan entschieden mich für das Jubiläumsjahr beim Karwendelmarsch für die 52km anzumelden. Eigentlich ohne jegliche Lauferfahrung da ich eigentlich mehr so der Berggeher bin. Aber 2016 hat mich das Karwendelmarschfieber gepackt, wo ich mit meinem Schatz die 35km maschierend bewältigt habe.

Die Zeit bis zum Karwendelmarsch versuchte ich mich mehr oder weniger erfolgreich beim Trailrun. Ein großes Dank an der Seite an meinen Papa, der mich die letzten 3 Wochen vor dem Rennen noch jeden Tag auf die heimischen Trails schickte!

Auf einmal war er dann da der Tag X. Mit riesiger Nervosität und wie immer bei Nervosität mit Verdauungsproblemen ging ich auch wieder mit meinem Schatz an den Start. Und das lange Trainieren hatte sich auf einmal bezahlt gemacht: keine Luftprobleme, kein Zwicken in der Hüfte oder in den Knien. Nach kalten, nassen aber auch unglaublich schönen 52km erreichten wir nach 8h15min das Ziel in Pertisau, wo uns meine Eltern schon jubelnd erwarteten. Im Ziel kamen mir vor lauter Glücksgefühlen die Tränen, vor allem weil ich ein Bild meines Opas während der ganzen 52km bei mir trug. Der diesen Marsch 1990 mit meinem Papa gemeinsam und 7 Jahre vor seinem Tod bestritten hat.

Das Rennen war persönlich sehr wichtig für mich, um mich ihm noch einmal näher zu sein, wenn die Erinnerung 21 Jahre nach seinem Tod schon langsam verblasst (vor allem war ich erst 2 Jahre alt).

Ein riesengroßes Danke an meinen Schatz, der mich gesund und munter ins Ziel gebracht hat, an meine Eltern, fürs Trainieren und Warten im Ziel, meinen Opa und an das ganze Karwendelmarsch-Team für die tolle Organisation!!!

Motivierte Kollegen, den selben Arbeitgeber, ein gemeinsames Ziel

Motivierte Kollegen, den selben Arbeitgeber, ein gemeinsames Ziel

So viel in den Bergen unterwegs wie diesen Sommer, wandern in mitten unserer atemberaubenden Naturlandschaft und das alles noch mit Arbeitskollegen…

Dank unserem ausgezeichneten Betrieb der uns das Startgeld finanziert hat, haben 7 meiner Kollegen und ich mich mental und sportlich an unsere Grenzen gestellt. Zuerst dachte ich mir, sollte ich schon nach 35 km nass sein, dann werde ich abbrechen. Jedoch dauerte es nicht lange und ich war komplett durchnässt. Doch als ich in der Eng ankam, war es keine Frage mehr aufzuhören. Ich wollte bis zum Achensee. Und nach den 52km, durch den Regen marschieren, über glitschige Steine und in Pfützen treten, hat sich jeder Schritt gelohnt. Das ist eine neue Art Team Building zu betreiben.
An diesem Tag bin ich an Konzentration, Motivation und Lebensfreude gewachsen, privat sowie beruflich. Danke an das wahnsinnig coole Organisationsteam vom Karwendelmarsch! Wir sehen uns wieder!

Vom Couchpotatoe zum Ultramarathoni

Vom Couchpotatoe zum Ultramarathoni

Wow .. wo fange ich an?

Am besten starte ich ganz am Anfang. Noch vor 3 Jahren bestand mein Alltag darin, mich von der Arbeit auf die Couch zu schleppen und dort die Beine hochzulegen – kein Sport und schlechte Ernährung taten ihr übriges. Sodass ich im April 2015 von einem auf den anderen Tag beschloss mein Leben gründlich zu ändern. Mit einem stattlichen Kampfgewicht von 110 kg bei einer Körpergröße von 165 cm startete ich meinen Weg – einen Weg der mich letztendlich zum Karwendelmarsch gebracht hat. Ich krempelte meine Ernährung um und startete mit dem Sportprogramm und verlor mit viel Disziplin fast 50 kg in nur 11 Monaten – Nie im Leben habe ich damit gerechnet auch nur 3 Jahre später meinen ersten Ultramarathon zu finishen. Den Karwendelmarsch 2018!

Nachdem ich 2017 eher zufällig von diesem tollen Event erfahren habe stand für mich sofort fest. „Da möchte ich nächstes Jahr dabei sein“ Ich notierte mir die Eröffnung der Anmeldung rot im Kalender um mich sofort anzumelden. Mit einem „Klick“ war das dann auch schnell passiert und die Vorfreude steig schon im Dezember aufs unermessliche. Im März startete ich mit dem Training für meinen ersten Ultramarathon in der Disziplin „Karwendellauf für 52km“.

Plötzlich war es dann da – Das Eventwochenende!

Schon am Freitag Mittag machen wir uns auf den Weg nach Scharnitz um meine Startunterlagen abzuholen. In Begleitung meines Liebsten war das dann auch schnell getan und wir beschlossen unser Quartier für die Nacht anzusteuern und uns unterwegs noch Abendessen zu Organisieren.

Es geht los…

Es ist Samstag 25. August 2018, 4.00 Uhr, mein Wecker klingelt. Ich springe aus dem Bett und bin sofort hellwach. Meine Nacht war erstaunlich ruhig und sehr erholsam, so wie ich es vor einem Event eigentlich nicht gewohnt bin.
Das Frühstück fällt mau aus. In der Pension gibt es Frühstück von 8-10 Uhr, das heißt ich esse mein Toast mit Schokoaufstrich auf dem Zimmer. Ich ziehe mir in Ruhe mein Laufoutfit an, dass ich mir schon am Vorabend herausgelegt hatte. Aufgrund der „interessanten Wettervorhersage“ bin ich verunsichert denke aber, dass ich mich richtig entschieden habe. Der Laufrucksack steht schon gepackt neben dem Bett, alles wichtige haben wir gestern eingepackt und überlegt, ob es wirklich notwendig ist oder nicht – um unnötigen Balast zu sparen.

Mittlerweile ist es  kurz nach 5 Uhr, es ist Stockdunkel und regnet noch leicht – wir steigen langsam ins Auto und fahren Richtung Scharnitz und merken schnell: Aus unserem Plan, gemeinsam bis zum Startbereich zu gehen wird nichts. Scharnitz ist ein einziges Verkehrschaos! Wir beschließen, dass ich alleine gehe. Schnell noch einen Abschiedskuss und ich schleiche den anderen Läufern und Wanderen hinterher in Richtung Startbereich.
Der Startbereich ist bereits jetzt ziemlich voll, alle unterhalten sich, machen Fotos oder versuchen die letzten Dinge in Ihren Rucksäcken zu verstauen. Ich überlege nochmal die Toilette aufzusuchen, sehe dann aber die Schlage und überlege es mir anders. Hätte sich ja ohnehin nicht gelohnt, die paar Tröpfchen.
Gegen 5:50 Uhr begebe ich mich langsam in den Kanal, der in den Startbereich der Läufer führt und reihe mich zwischen vielen anderen Gleichgesinnten ein. Es nieselt, ist aber nicht unangenehm kalt. Der Startschuss fällt um Punkt 6 Uhr und wir traben langsam los.

Mein Plan: Spaß haben, genießen und mit einem Lächeln ins Ziel einlaufen! – keine Zielzeit!

Schon nach einigen hundert Metern geht es leicht bergan und die ersten gehen schon. Ich drossle das Tempo und schraube mich den kleinen Anstieg nach oben. Langsam erkennt man mehr, die Berge, gehüllt in Wolken – es dämmert.
Ich laufe entspannt entlang des schönen Karwendelbachs der uns einige Kilometer in dieses schöne Tal führt und bewundere die Schönheit der Natur. Nach der ersten Labestation geht es weiter bevor der erste größere Anstieg grüßt. Ich schraube mich hoch zum Karwendelhaus, hinein in die Nebelsuppe.
Was von unten so schön und mystisch aussah ist jetzt gar nicht mehr so toll – es ist kalt und nass! Deswegen schütte ich mir am Verpflegungspunkt schnell einen Tee rein, esse ein Stück Banane, werfe die Regenjacke drüber und laufe weiter. Der erste langgezogene Downhill zum kleinen Ahornboden. Raus aus dem Nebel! Bereits jetzt kann man viele Läufer mit aufgeschlagenen Knien sehen. Durch den Regen ist es matschig und rutschig auf den Wegen.
Völligst entspannt komme ich bei der nächsten Verpflegungsstelle an und gönne mir einen Keks, Holundersaft und Wasser. Und weiter gehts in den nächsten Aufstieg Richtung Falkenhütte. Die ersten Kilometer sind entspannt und gestalten sich als weniger anspruchsvoll bis sich der Anstieg plötzlich hebt und die Forststraße unfassbar steil wird. Mithilfe meiner Stöcke bezwinge ich diesen natürlich auch, schnaufend und keuchend. Ein Helfer der Labestation an der Falkenhütte kommt auf mich zu und fragt, wie es mir geht und ob er mir etwas Gutes tun kann – schon habe ich Wasser, Tee und Holundersaft in der Hand. Ein großes Banner verrät: „30,2 km schon gelaufen, 21,8 km noch zu laufen“. Für den nächsten Downhill nehme ich mir noch eines der leckeren Käsebrote mit Schinken mit und gebe bergab nochmal etwas Gas.

Entlang der imposanten Felswand und der Lalidererspitze geht es wieder leicht bergan bis uns die nächste Bergabpassage direkt in die Eng bringt. Dort wartet mein Liebster auf mich – das beflügelt und motiviert. Er sitzt für mich gut sichtbar mit seiner Kamera am Hang und begrüßt mich mit einigen Fotos. Ich bleibe stehen, umarme ihn kurz und hüpfte weiter zur Engalm – dem Ziel der 35 km Distanz.
Nach dem langen Bergablaufen sehne ich mich nach dem nächsten Anstieg der alle Teilnehmer der 52 km Distanz direkt über die Binsalm auf den Gramaisattel bringt. Kurz unter dem Sattel wird es wieder richtig Steil und Rutschig! Oben angekommen begrüßen mich gut gelaunte Helfer mit meinem Vornamen. Nach einem kurzen Plausch rutsche ich dann aber weiter zur nächsten Verpflegungsstelle, etwas unterhalb des Sattels. Auch hier wird man herzlichst begrüßt.

Noch 12 Kilometer, dann ist es geschafft. Witzig, meine Beine fühlen sich so garnicht nach „fast Marathon“ an. Noch schnell ein Käsebrot für den Downhill und ab geht die Post. Die nächsten 2,5 km in etwa genauso steil wie der Aufstieg gerade und ebenfalls sehr matschig.

Als es flacher wird entdecke ich das Schild „Noch 9 Kilometer“ am Wegesrand und freue mich ein bisschen – ich freue mich jetzt schon auf den Zieleinlauf und auf meinen Liebsten, der natürlich auch im Ziel auf mich wartet. Ab jetzt läuft es einfach und ich lasse meine Beine locker rollen. Ab dem Schild „Noch 5 Kilometer“ steigt die Anzahl der Zuschauer an der Strecke deutlich und immer wieder werden wir bejubelt und angefeuert.

Noch 2 Kilometer. Eine Frau am Streckenrand – die mir entgegenkommt – bleibt stehen, verbeugt sich, zieht ihren imaginären Hut und ruft mir Glückwünsche zu meiner Leistung zu. Ich kämpfe mit den Tränen, denn ich begreife jetzt langsam, was ich tue. Ich muss weiter! In Pertisau steigt die Zahl der Zuschauer nochmals deutlich an – von überall hört man Rufe und Geklatsche. Ehe ich mich versehe laufe ich in den Zielkanal, mit breitem Lachen vorbei an meinem Liebesten, der dort wieder mit der Kamera lauerte, durchs große Zieltor. Ich höre meinen Namen und bekomme eine Medalie um den Hals gehangen. Ich drehe mich um und schaue auf die Zeitanzeige. 7:14:36 Stunden – damit habe ich im Leben nicht gerechnet, denn den Blick auf die Laufuhr habe ich mir unterwegs gespart. Ja! und jetzt laufen die Tränen, sodass ich kurzzeitig kaum Luft bekomme und ich kann es kaum fassen!
Ich habe es wirklich geschafft  und es war absolut großartig!

Mein erster Ultratrailmarathon ist Geschichte – eine wundervolle Geschichte mit Wiederholungsbedarf! Hätte man mir das vor 3 Jahren erzählt hätte ich denjenigen definitiv für Verrückt erklärt….