Karwendelmarschfinish mal anders......

Das Projekt Karwendelmarsch….ein Projekt, mit dem ich alle emotionalen Höhen und Tiefen durchgemacht habe. Der 1. Versuch war im Jahr 2013. Brav angemeldet merkte ich bald, dass eine Teilnahme für mich wohl schier unmöglich ist. Der Grund dafür – akutes Übergewicht…14 Tage vor dem Start musste ich so ehrlich zu mir sein und eine Teilnahme wieder absagen – tief depremiert es nicht schaffen zu können. Nochmals sollte mir das nicht passieren und ich meldete mich für das Jahr 2014 an. Mit stolzen 50kg weniger! im Gepäck startete ich in strömenden Regen mein Projekt Karwendelmarsch. Persönliches Ziel? einfach nur ins Ziel kommen. 20 Minuten nach dem Start waren wir dank des Wetters alle gut durchgeweicht und schländerten im Matsch und Nebel dem Ziel entgegen. Nach 10h10 war es geschafft. Müde aber extrem stolz mein Ziel erreicht zu haben.

Doch dann ging das Ding mit dem Ehrgeiz los. 10h10….das muss doch schneller gehen. Einfach nur unter 10h bleiben wäre schon cool. Also gleich für 2015 anmelden und sich ein bisschen darauf vorbereiten. Diesmal war das Wetter perfekt und die Motivation extrem hoch. Brav ins vordere 1/3 reingedrängt und gleich hinter den Läufern gestartet. Natürlich brav die ersten 10 Kilometer mitgelaufen und dann einfach alles gegeben. Der Plan ging voll auf. Zwischen drin mal eine kleine Hochrechnung und mit einer Zeit von ganz knapp über 8h wurde gemunkelt :-) viel besser als jemals erwartet. Doch dann kam der Aufstieg von der Binsalm. Da machte sich ein gewisses Knie bemerkbar. Es zwickte ganz schön – was ich aber auf eine Überlastung schob. Ok, die Zeit passt und ich erlaub mir einfach eine Pause am Übergang zum Gramai Hochleger….dann sind die letzten km bis ins Ziel kein Problem. Vorallem warten ja Kinder, Mann und Oma auf der Gramaialm zum anfeuern…

Voller Motivation geht´s hinab Richtung Hochleger. Die nächste Labestation schon in Sichtweite und Plötzlich dieser Schnalzer im Knie…..Ui das war wohl gar nicht gut. Nicht nur dass das Knie sich nicht mehr abbiegen lies, nein, man konnte auch zusehen, wie es im Sekundentakt anschwoll. „Jetzt ist wohl was gscheid hin“ hab ich mir noch gedacht. Runter von der Strecke und auf einen Stein um mich mal kurz zu sammeln – dass ein weitergehen unmöglich ist, war mir sofort klar. Die Emotionen was in diesem Moment kommen sind furchtbar – die Enttäuschung grauenhaft. Jetzt ist man endlich da wo man gerne sein würde – hat sein Ziel zum greifen nah und dann ist wieder alles aus.

So und nun? Der nächste der ums Eck kommt muss mir Hilfe organisieren. Die Hilfe kam in Form der Bergrettung vom Gramai Hochleger mit Bergetrage und einer ordentlichen Portion Aufmunterung (was für die Männer wirklich nicht leicht war ;-)

Sie packten mich gut ein, brachten mich erstmal zur Alm, versorgten mich hervorragend und machten mich dann zum Abtransport ins Tal bereit. Dies war eine äusserst Schweißtreibende Angelegenheit für die Jungs, hatte es doch hochsommerliche Temperaturen. Trotz des weiten Weges und der Anstrengung sorgten Sie dafür, dass ich die Schmerzen ein wenig vergesse und bei Laune bleibe.

Auf der Gramaialm erwartete mich meine Familie, welche über Funk bereits ausfindig und verständigt wurde. Zur großen Überraschung kannte mein Mann noch einen Teil der Mannschaft, da sie gemeinsam auf Bergrettungsausbildung waren.

Der Besuch im Krankenhaus bestätigte dann das Drama und das Seitenband im Knie war gerissen….

Fazit: Aufgeben gibt’s nicht und für das Jahr 2017 ist eine Teilnahme wieder fix.

Besonders gefreut hat mich heuer im Sommer, dass einer der Bergrettungsmänner vom Abtransport mich im Sommer auf unserer Hütte besuchen gekommen ist. Damit habe ich nicht gerechnet. Die Freude war riesig.

Ein rießiges Dankeschön nochmals an die Jungs der Bergrettung – ihr wart meine Helden.

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